
Palmenboot
Das Boot wartet,
das Wasser schweigt.
Palmen flüstern
von fremden Wegen,
die nur das Licht kennt.
Was bleibt,
ist ein Tor ins Grüne
und das Versprechen
auf eine Fahrt ins Offene.
Analoger Diaabzug, Südindien 2004, 50×70
Boot ohne Richtung, Palmen ohne Chef
Der Fluss liegt da wie ein ungewaschener Spiegel,
die Palmen haben alle ihren Namen vergessen
(nicht, dass sie jemals einen hatten – sie sind ja Palmen,
und Palmen kümmern sich nicht um Papierkram).
Das Boot träumt, dass es ein Baum ist,
und der Baum erinnert sich, wie er mal ein Paddel war.
Manche sagen, das ist Nostalgie, andere nennen es einen Fehler im Programm.
Zwischen Wasser und Ufer ist ein Vertrag geschlossen worden,
mit viel Gekritzel, wenig Klartext
und einem Extrablatt für Krokodile,
die sich aber heute nicht zeigen, weil sie lieber Serien schauen.
Irgendwo hinten, im Schatten,
winkt jemand, vielleicht ein Vogel, vielleicht eine Steuerprüfung.
Es rauscht.
Vielleicht ist es auch nur der Wind,
vielleicht sind es die Nachrichten von gestern,
vielleicht ist es bloß das, was bleibt,
wenn keiner weiß, ob Urlaub war oder Leben.
