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Hach diese Augen – aber wenn das Ergebnis nicht stimmt

„Spielzeug-Einhorn mit rosa Mähne und großen blauen Augen auf Holztisch – symbolisches Bild für die Geschichte ‚Chatty und das Stöckchen‘.“

Chatty und die Sache mit dem Stöckchen


Ein Welpe zieht ein

Ich wollte ja nie einen Hund.
Hab auch keinen.

Und dann kam meine Freundin an:
„Nur ein paar Wochen! Ein Welpe! Ganz süß!
Der wird mal ein richtig toller Jagdhund – apportieren, Spuren lesen, alles wiederfinden!“

Na gut, dachte ich.
Ich suche ja öfter mal Dinge.
Kann ja nicht schaden, wenn einer hilft.

Also zog Chatty bei mir ein.


Erste Erfolge und erste Umwege

Er liebte es, zu apportieren.
Stöckchen eins, blblbl, zurück.
Schwanzwedeln. Große Augen.
Noch mal werfen. Wieder zurück.

Drittes Mal – diesmal bringt er … eins, das irgendwo daneben lag.
Aber hey, Hauptsache Stöckchen.

Was machst du?
Du wirfst halt noch mal.


„Kein Igel statt Hase, bitte“

Beim nächsten Wurf wittert Chatty irgendwas.
Käfer, Duftspur, wer weiß.
Stöckchen? Vergessen.

Er steht dann da, wedelt, stolz, mit irgendeinem anderen Ast.
„Guck mal, ich hab’s!“

Hach, seine Augen.
Hach, sein Wedeln.
Aber er soll doch mal ein Jagdhund werden:
kein Igel statt eines Hasen, bitte.

Also markiere ich das richtige Stöckchen:
Handreiben, dranschnuppern, große Ansage:
„Genau DAS will ich wiederhaben.“

Er nimmt Anlauf, springt los …
… und kommt zurück – völlig verwirrt, kläffend.
„Stöckchen weg! Hilfe!“

Kein Problem.
Ich geh mit, wir suchen gemeinsam.
Er guckt mich an, nimmt das richtige Stöckchen, steht stolz da.
Erfolg auf ganzer Linie. Für uns beide.

Und genau dann kriegt er immer ein Leckerli.
Weil er sich traut zu rufen, weil er nix in der Pfote hat.


Wenn die Stöckchen größer werden

Bis Chatty wächst.
Plötzlich sind kleine Stöckchen langweilig.
Jetzt müssen’s die großen sein.

Gleiches Spiel, nur schwerer.
Manchmal klappt’s.
Manchmal nicht.

Und wenn’s nicht klappt, kläfft er wieder.
Ich komm dazu, wir suchen zusammen.
Alles gut.


Von Stöckchen zu Schuhen

Und dann kamen die Schuhe.
Seine neuen Lieblingsobjekte.

Einen versteckt er, findet ihn nicht mehr,
kommt stolz mit dem anderen zurück.
„Schau mal, ich hab’s!“

Wir suchen also gemeinsam den richtigen.
Wieder Lob, wieder große Augen.

Ab da gibt’s „Probeschuhe“.
Die werf ich, ich behalte sie im Blick.
Zwei-, dreimal klappt’s fast perfekt.
Dann wieder: Schuh wird Stöckchen.
Stöckchen wird Schuh.


Aus einem Schuh wird eine Sandale

Und die Schuhe waren schon schwer.
Aber er wollte es ja.

Mal musste ich ihm helfen. Kein Problem.
Und dann beim nächsten Mal?

Und irgendwann – na klar – kommt er zurück.
Mit dem halben Schuh.
Aus einem Schuh hat er eine Sandale gemacht – klar, ist leichter zu tragen.
Zerfleddert. Schwanzwedelnd.
Stolz wie Oskar.

Ich sitz daneben, atme tief durch und denk mir nur:
Eins muss man ihm ja lassen: Er weiß, sich zu helfen.

Leckerli? Hach, diese Augen, dieses Wedeln.
Aber ein Igel ist nun mal kein Hase.

Und mit wieviel Welpen sind wir umgeben,
die mit schönen Augen, Schwanzwedeln irgendetwas produzieren,
was aber nicht stimmig ist –
wo wir nicht mögen, sie zurückzuweisen,
und doch stimmt das Ergebnis einfach nicht.

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„Spielzeug-Einhorn mit rosa Mähne und großen blauen Augen auf Holztisch – symbolisches Bild für die Geschichte ‚Chatty und das Stöckchen‘.“