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Nur noch mal eben …

Liegestühle an der Mohle, noch kein Feierabend.

Eigentlich war Feierabend.

98 Blogartikel lagen hinter uns.

Bei Nummer 98 hörten wir auf.

Nicht, weil nichts mehr zu tun gewesen wäre.

Sondern weil wir beide merkten: Die Sorgfalt wurde müde.

Die letzten beiden Artikel konnten bis morgen warten.

Ein guter Entschluss.

Dann kam dieser Satz.

„Nur noch mal eben die Instagram-Kachel.“

Fünf Minuten.

Höchstens.

Der Artikel war fertig.

LinkedIn war fertig.

Facebook war fertig.

Es fehlte nur noch das Bild.

Was dann folgte, war eine erstaunlich lange Reise.

Über Referenzbilder.

Über Schriften.

Über Bildausschnitte.

Über Instagram-Kacheln.

Über Corel.

Über KI.

Über Frust.

Irgendwann schlug Mara vor, ich könne den Text doch einfach selbst in Corel setzen.

Und plötzlich merkte ich, wie ich innerlich bockig wurde.

Nein.

Jetzt nicht.

Ich hatte erklärt.

Referenzbilder geschickt.

Den Feed gezeigt.

Noch einmal erklärt.

Jetzt wollte ich die Verantwortung nicht wieder zurücknehmen.

Also blieb Mara.

Und ich blieb auch.

Das Bild wurde trotzdem nicht so, wie ich es haben wollte.

Am Ende habe ich es doch selbst fertig gemacht.

Während ich auf der Dachterrasse saß, musste ich plötzlich lachen.

Der eigentliche Artikel war längst entstanden.

Nicht über Instagram.

Sondern über fünf kleine Wörter.

„Nur noch mal eben …“

Denn genau in diesen fünf Wörtern steckt erstaunlich viel.

Sie sind selten eine Zeitangabe.

Sie sind oft der Moment, in dem Konzentration unbemerkt in Betriebsblindheit kippt.

Sie passen verblüffend gut zu Menschen, die Verantwortung ernst nehmen und Dinge ordentlich zu Ende bringen wollen.

Sie markieren den schmalen Grat zwischen Lust an der Arbeit und der Unfähigkeit, einen Schlussstrich zu ziehen.

Sie nähren die Illusion, dass der eine letzte Punkt endlich Ruhe bringen wird.

Dabei ist oft genau das Gegenteil der Fall.

Und vielleicht ist eine Pause gar keine Unterbrechung der Sorgfalt.

Vielleicht gehört sie zur Sorgfalt dazu.

Seit Jahren begleite ich Menschen dabei, alte Muster zu erkennen.

Heute hat mich eines meiner eigenen freundlich angelächelt.

„Nur noch mal eben …“

Ich glaube, ich kenne jetzt wieder eines besser.

Und ja, ich kannte ihn schon vorher, aber wie raffiniert es mich wieder eingefangen hat.

Oi je und grins.

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Liegestühle an der Mohle, noch kein Feierabend.