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Analoge Bilder

Bild und Gedicht gehören jeweils zusammen. Die Arbeiten folgen einander in einem ruhigen, fortlaufenden Lesefluss.

Tasskaff

Tasskaff

Pause mit Rückenwind

Ich war da.

Die Tasse hat’s gesagt.

Kein Warten, kein Tun.

Der Kaffee war schon kalt.

Analoger Diaabzug, unikat, Portugal 1995, 30×45 auf 50×70

Meerfenster

Meerfenster

Offen trotz allem

Ich wusste, dass es laut wird.

Ich hab das Fenster trotzdem nicht geschlossen.

Vielleicht kommt etwas rein.

Vielleicht spring ich einfach raus.

Analoger Diaabzug, unikat, Sri Lanca 2003, 30×45 auf 50×70

Aufglühen in der Nacht

Aufglühen in der Nacht

SU-Boote

Auf-glühen in der Nacht

Es war still.

Und doch:

Das Licht wusste

mehr als der Morgen.

Auf-glühen.

Still.

Mehr als der Morgen.

analoger Diaabzug, Isla Margerita 1997, 30×45 auf 50×70

ein Stand – zwei Leben

ein Stand – zwei Leben

Strandverkäufer

„Ein Strand, zwei Leben“

Ich war nicht dein Kunde.

Du warst nicht mein Motiv.

Aber wir standen –

für einen Moment –

jenseits von Angebot und Nachfrage.

Ein Moment. Kein Ziel

Analoger Diaabzug, Unikat, Bali 2001, 30×45 auf 50×70

Boot voraus

Boot voraus

Warten auf die Welle –

oder Dich…..

Ich liege halb am Strand, bereit für die nächste Welle.

Vielleicht trägt sie mich zurück ins Meer,

vielleicht wirfst du mich ganz ans Land.

Du entscheidest, ob du schiebst.

Ich bin bereit.

Analoger Diaabzug, unikat, Bali 2005, 30×45 auf 50×70

Federfeld

Federfeld

Paul

Weiße Federn
über grünem Grund,
vom Wind gebürstet
und vom Licht getränkt.
Zwischen Fülle und Ferne
liegt ein Tal aus Atem –
und alles ist
gleichzeitig
hier.

Analoger Diaabzug, unikat, Kap Verde 2008, 30×45 auf 50×70

Wachstumslinie

Wachstumslinie

Passstrasse

Das Land atmet
unter schweren Wolken,
das Gras flackert
im Wind vergangener Zeiten.
Hügel wachsen,
Gebirge ruhen,
niemand weiß,
was hier entsteht
und was vergeht.

Analoger Diaabzug, unikat, KapVerde 2008, 50×70

Zwischen Ufer und Schatten

Zwischen Ufer und Schatten

Palmenboot

Das Boot wartet,
das Wasser schweigt.
Palmen flüstern
von fremden Wegen,
die nur das Licht kennt.
Was bleibt,
ist ein Tor ins Grüne
und das Versprechen
auf eine Fahrt ins Offene.

Der Fluss liegt da wie ein ungewaschener Spiegel,
die Palmen haben alle ihren Namen vergessen
(nicht, dass sie jemals einen hatten – sie sind ja Palmen,
und Palmen kümmern sich nicht um Papierkram).

Das Boot träumt, dass es ein Baum ist,
und der Baum erinnert sich, wie er mal ein Paddel war.
Manche sagen, das ist Nostalgie, andere nennen es einen Fehler im Programm.
Zwischen Wasser und Ufer ist ein Vertrag geschlossen worden,
mit viel Gekritzel, wenig Klartext
und einem Extrablatt für Krokodile,
die sich aber heute nicht zeigen, weil sie lieber Serien schauen.

Irgendwo hinten, im Schatten,
winkt jemand, vielleicht ein Vogel, vielleicht eine Steuerprüfung.
Es rauscht.
Vielleicht ist es auch nur der Wind,
vielleicht sind es die Nachrichten von gestern,
vielleicht ist es bloß das, was bleibt,
wenn keiner weiß, ob Urlaub war oder Leben.

Analoger Diaabzug, Südindien 2004, 50×70

Uferwächter

Uferwächter

Nordküste

Schwarz in Sand,
Stein im Licht.
Sie stehen da,
seit niemand sich erinnert,
und halten Wache
über das Kommen und Gehen der Gezeiten.
Das Meer nimmt,
das Land bleibt. Für einen Moment
ruht alles.

analoger Diaabzug, unikat, Hebriden 2004, 30×45 auf 50×70

Randgespräch

Randgespräch

Strandgespräch

Zwei Schatten,
ein Strand –
das Meer spricht mit,
ohne sich einzumischen.
Was hier geteilt wird,
trägt das Licht davon.
Für einen Moment
ist die Welt leise
und weit.

Zwei am Rand

Sie sitzen nebeneinander und sehen aus wie frisch ausgeschüttete Schatten,
unbestimmt, ein bisschen zerflossen am Saum des Tages,
während das Licht auf dem Wasser zerschellt wie Glas,
und alles, was dazwischenliegt,
ist Stille mit Wellengeschmack.
Vielleicht sprechen sie, vielleicht sind es nur die Umrisse von Worten,
die zwischen den Schultern tanzen.
Vielleicht ist das Gespräch längst vorbei,
und die Pause hält sie zusammen,
wie das Salz den Sand.

Am Ende weiß keiner, wer zuerst geht.
Aber das Bild bleibt.
Wellen kommen, Schatten bleiben,
irgendwo zwischen Ufer und Licht.

alagoger Diaabzug, unikat, Kapverden 2008, 40×60 auf 50×70

Zwischenblick

Zwischenblick

Jessie

Ein Moment,
der nicht entschieden ist –
zwischen Ruhe und Aufbruch,
Widerstand und Hingabe.
Die Augen offen,
doch der Gedanke woanders.
Hier bleibt Zeit,
für alles,
was noch nicht gesagt ist.

Barytabzug, unikat, Hamburg 2002, 30×45 auf 50×70

Fernnah

Fernnah

Syline

Da draußen die Stadt,
ein Versprechen aus Stahl und Licht.
Hier drinnen die Stille,
nur ein Stuhl,
ein Blick.
Nähe bleibt ein Raum,
Fernweh fängt am Fenster an.

analoger Diaabzug, unikat, New York 1999, 30×45 auf 50×70

Durchblick

Durchblick

Hagia Sophia

Ein Rahmen im Raum,
zieht das Auge
hinein ins Gold,
hinein in Geschichten.
Was dahinter liegt,
bleibt verborgen
und doch offen –
ein Blick durch die Zeit,
nie ganz zu fassen.

analoger Diaabzug, unikat, Hagia Sophia 2005, 30×45 auf 50×70

Herbstruhe

Herbstruhe

Ein Steg ins Nebelgrau,
Stille zwischen den Pfählen,
die Zeit hockt am Ufer
und atmet langsam.
Kein Ziel, kein Drängen,
nur das Versprechen:
Hier darf alles ruhen,
bis das Licht zurückkehrt.

analoger Diaabzug, unikat, Hamburg 2011

Splitterherz

Splitterherz

Pöhlpfahl

Vom Meer geküsst,
vom Wind geritzt –
so steht das Holz,
bleibt offen,
bleibt verletzlich.
Zwischen Spalten
sammeln sich Leben,
Stille und Zeit.

Diaabzug, unikat, St. Peter Ording, 2010, 30×45 auf 50×70

Wachposten

Wachposten

Pöhle

Reihe um Reihe,
stehen sie im Sand –
Schweigend,
doch jeder trägt
sein eigenes Muster.
Die Brandung flüstert,
doch das Holz bleibt.
Gemeinsam gegen die Zeit.

Diaabzug, unikat, St.Peter Ording 2010, 30×45 auf 50×70

Steinenspitze

Steinenspitze

Der Tag zieht seine Linie –
Schaum tanzt am Rand,
das Meer wird Spiegel,
Land wird Licht.
Zwischen Kommen und Gehen
bleibt für einen Moment
nur Glanz.

Diaabzud, unikat, St.Peter Ording, 20010, 30×40 auf 50×70

Strandlichter

Strandlichter

Rand aus Licht

Der Tag zieht seine Linie –
Schaum tanzt am Rand,
das Meer wird Spiegel,
Land wird Licht.
Zwischen Kommen und Gehen
bleibt für einen Moment
nur Glanz.

Diaabzug, Unikat, St. Peter Ording 2010, 30×40 auf 50×70

Faltenspuren

Faltenspuren

Wattstrand

Was hier vergeht,
bleibt doch zurück.
Eine Fläche,
die alles erzählen kann –
Wind, Wasser, Zeit,
ein geheimer Code
im flüchtigen Grund.
Kein Schritt ist wie der andere.

Silberbarytabzug, unikat, Hamburg 2005 30×45 auf 50×70

Strandrücken

Strandrücken

Eine Linie aus Licht,
Sand haftet auf der Haut.
Hier wird nichts verdeckt –
nur das Meer fehlt noch.
Jede Faser zeigt,
wo Kraft und Weichheit
sich begegnen.

Silberbarytabzug, unikat, Hamburg 2005, 30×45 auf 50×70

Sonnenküsse

Sonnenküsse

Sternenschulter

Haut trifft Licht –
der Himmel geht baden.
Funkeln sammelt sich
auf einer Schulter,
die nichts will
als den nächsten Kuss
vom Tag.

Empfang in Hingabe

Empfang in Hingabe

Zwei Formen,
ein Moment –
die eine gibt,
die andere nimmt.
Kein Wort,
nur Berührung aus Licht.
Wo das Ich endet,
beginnt das Wir.
Was bleibt,
ist Empfangen.

Silberbarytabzug, Holzfigur, Hamburg 2010, 30×45 auf 50×70

Flötenspielerin – Grenzton

Flötenspielerin – Grenzton

Ist das noch Figur
oder schon ein Atemzug?
Ein Körper aus Licht,
Bronze nur im Schatten.
Die Flöte hebt die Grenze auf:
Stille wird Klang,
und für einen Moment
lebt alles,
was nicht leben darf.

Silberbarytabzug , Motiv Skulptur Camille Claudel, Hamburg 1998, 30×45 auf 50×70

Taurose

Taurose

Morgentau auf rotem Samt,
jeder Tropfen ein Versprechen.
Die Blüte hält still,
als warte sie auf ein Wort,
das nicht gesagt werden muss.
Genug, dass sie glänzt –
nur für diesen Moment.

Tulpenherz

Tulpenherz

Im Innersten gelb –
offen bis zur Mitte.
Ein Herz,
das nicht fragt,
sondern blüht.
Nah genug,
um alles zu sehen,
was bleibt,
wenn der Schutz fällt.

Makellos? Der Moment davor

Makellos? Der Moment davor

Puppe Perfekt

Nichts fehlt,
nichts bewegt sich.
Schön bis ins Letzte,
ohne Geschichte.
Der Blick verharrt –
und plötzlich sucht man nach dem Makel.
Vielleicht ist er das,
was fehlt.

Sehnpuppe – Stilleben aus Licht

Sehnpuppe – Stilleben aus Licht

Blüten und Glanz –
kein Herzschlag,
aber alles wirkt bereit.
Zwischen Schein und Sein
wartet ein Blick
auf ein Echo.

Wenn das Blau zu atmen beginnt

Wenn das Blau zu atmen beginnt

Der Himmel trägt Blau wie Erinnerung,
das Land atmet leise zurück.
Ein letzter Vogel zieht durchs Licht –
und nichts verlangt nach mehr.

Analog Diaabzug, Sauerland 2000

Brücke zwischen den Zeiten

Brücke zwischen den Zeiten

Brücke im Regen, Stein im Gedächtnis,
ein Herz aus Granit, das Geschichten hält.
Wer hier verweilt, hört Wasser denken –
von Treue, Verlust und Zeit.

Analogdiaabzug, Schottland 1995

Stilles Lachen

Stilles Lachen

Zeit hat Falten, aber keine Eile.
Ein Lachen, das die Jahre überlistet.
So viel Sonne in einem Gesicht – ganz ohne Strand.
Analogmoment,Diaabzug, Bali 2000er.

Treppenblick

Treppenblick

Manchmal schaut dich das Leben von unten an,
prüfend, ob du’s wirklich ernst meinst mit dem Hinauf.
Zwischen Blau und Schatten ein stummer Dialog –
vielleicht zwischen mir und dem, was bleibt.

Dia, Analogabzug, Gomera 1995

Berührungspunkt

Berührungspunkt

Manchmal liegt die Veränderung nicht in der Bewegung –
sondern im Innehalten.
Ein Blick, der sich nicht zeigt. Eine Hand, die spürt.

Silbergelatineabzug, analog, ca. 2009 in Hamburg

Zwischen den Händen

Zwischen den Händen

Zwischen den Händen
Kein Griff, kein Halt, kein Versprechen.
Nur der Raum dazwischen – offen, still, voller Ahnung.
Vielleicht beginnt Nähe genau dort.

SW-Foto, PE, , Motiv Figur Camille Claudel, Hamburg 2005

Sein im Licht

Sein im Licht

Ich bleibe stehen, wo das Licht mich findet.
Nichts muss, alles darf –
der Tag legt sich auf meine Schultern
und wird plötzlich ganz leicht.

Fischer auf Kaimauer, Kapverden 2007, Analogabzug vom Dia, unikat

Springmädel

Springmädel

Wenn das Meer ruft.

Sie trägt den Tag noch auf der Haut,

doch ihre Füße kennen den Weg zurück.

Ein Sprung mitten in die Freiheit.

Für einen Herzschlag gehört die Welt nur ihr.

Das Meer nimmt sie auf, als hätte es gewartet.

Perlentaucherhelferin, nach der Arbeit, Bali 1995 , Analogabzug vom Dia, unikat

Zwischenzeiten

Zwischenzeiten

Manchmal stehe ich einfach nur da,
die Füße im Sand, das Salz in der Luft.
Der Schirm hält nichts ab –
außer vielleicht die Welt für einen Moment.

Bali, 1992, analoger Diaabzug

In der Mitte

In der Mitte

Straßenfest, alles tobt.
Ein Trommelschlag, alles hält still.
Rauch im Licht, Gesichter versunken.
Ein Moment nur – und er bleibt.

Was ist Leben?

Was ist Leben?

Das ist Leben?
Ein Glas, das schimmert wie flüssiges Licht.
Ein Feuerzeug, bereit, Geschichten zu entfachen — oder auch nur eine Zigarette.
Goldene Packung, schwarzer Rahmen, alles glänzt – und doch liegt da so viel Alltag zwischen den Reflexen.

Leben, das ist nicht nur das, was funkelt.
Es ist das, was bleibt, wenn das Glas halb leer ist und der letzte Zug gemacht.
Es sind die Fingerabdrücke am Glasrand, die Flecken auf dem Karton, das kleine „Zu viel“ am Abend, weil der Tag zu viel oder zu wenig war.

Leben ist:
Ein Moment, in dem man innehält.
Mal kurz zu lange aufs Licht starren, die Wärme spüren, den bittersüßen Geschmack von Jetzt und Gleich.
Leben ist, was du draus machst — und manchmal ist es nur ein Glas, ein Feuerzeug, ein stiller Abend und die Frage:
Was ist leben?

Feier – Abend

Es ist nur ein Glas.
Und doch hält es mehr als Wein.

Ein Gespräch, das sich noch an der Wand spiegelt.
Ein Blick, der sich nicht ganz lösen will.
Ein goldener Rest Wärme, der noch nicht versiegt ist.

Der Tag liegt zurück,
aber nicht weit genug, um ihn zu vergessen.

Noch ist nicht alles verstaut,
nicht jede Rolle abgelegt,
nicht jede Maske sanft verräumt.

Und trotzdem:
Ein Glas.
Ein Leuchten.
Ein Moment.

Vielleicht trinke ich nicht.
Vielleicht halte ich nur.
Vielleicht warte ich darauf,
dass das Glas mir sagt, ob ich noch da bin.

Feier – Abend.
Ein Wort, das tanzt zwischen Fülle und Fragilität.
Zwischen: Ich bin allein.
Und: Ich bin ganz.